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„Wir sind verletzlicher als wir denken“

Mit der „Schachnovelle“ nach Stefan Zweig hat Regisseur Philipp Stölzl („Der Medicus“) nun eine opulente Verfilmung der literarischen Vorlage geschaffen. Der Regisseur im Gespräch.

27.09.2021
Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm (Albrecht Schuch) Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät.

Der Regisseur Philipp Stölzl im Gespräch:

Herr Stölzl, Ihre "Schachnovelle" ist offiziell nicht die Verfilmung des Buchs von Stefan Zweig. Der Film weicht, was die Geschichte und die Figuren betrifft, streckenweise sehr stark vom Buch ab. Würden Sie ihn trotzdem als Verfilmung des literarischen Texts bezeichnen?
Philipp Stölzl: Ja. Es ist eine Glaubensfrage, ob man Literatur möglichst Wort für Wort verfilmen soll oder ob man sich Freiheiten nehmen darf. Meine Meinung: Wenn man sich für eine Literaturvorlage so sehr begeistert, dass man daraus eine Leinwand-Erzählung machen will, dann muss man dem Kern der Vorlage nachspüren und das Herz der Geschichte begreifen. Als ich Zweigs „Schachnovelle“ zum ersten Mal las – und dann zum zweiten und zum dritten Mal –, stellte sich bei mir eine große Beklemmung her; eine sehr labyrinthisch-kafkaeske Atmosphäre. Die Novelle hat eine bleierne Last, die sich einem erst einmal auf die Schultern legt. Diesen Gefühlen wollte ich in der Leinwandversion nachspüren.

Was würden Sie Kinobesuchern sagen, die die „Schachnovelle“ gerade gelesen haben und die sich nun über die Veränderungen im Film wundern?
Nichts in diesem Film geschieht um der Kunst Willen. Alles ist das Ergebnis eines sehr gewissenhaften erzählerischen Arbeitens. Die Verhöre des Doktors durch die Gestapo zum Beispiel haben im Buch etwas Anonymes, Maschinenhaftes – fast wie in „Der Prozess“ von Kafka. Zweig beschreibt fast nüchtern, wie sein Protagonist in dieses Mahlwerk gerät und dort geistig und seelisch zerbröselt wird. Bei einem Film allerdings will man eine lange Strecke beim Held verweilen – und man will das Gefühl haben, dass der Held kämpft. Man will nicht nur jemandem zuschauen, der zugrunde gerichtet wird.

Die „Schachnovelle“ entstand 1942, mitten während der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs. Was sagt uns diese Geschichte heute?
Ich glaube, Stefan Zweig hatte beim Schreiben die beklemmend düstere Sichtweise, das wird nichts mehr mit der Welt – einen Tag, nachdem er das Manuskript der „Schachnovelle“ im brasilianischen Exil zur Post gab, hat er ja Suizid begangen. Dass 1945 Nazi-Deutschland kaputtgebombt sein würde und dass das Land langsam zur Demokratie zurückkommen könnte, war für ihn wohl unvorstellbar. Für uns Heutige ist es spannend, zu sehen, wie schnell eine Gesellschaft kippen kann. Das ist schockierend und frappierend zugleich. In den ersten 20 Minuten des Films habe ich mich bemüht, herauszuarbeiten, dass diese österreichischen Eliten sich für komplett unangreifbar hielten. Doch dann vergingen beim Anschluss nur Stunden und die Leute wurden auf den Straßen totgeschlagen. Auch heute haben wir in Europa das Gefühl, wir sind die solide alte Welt. Doch möglicherweise sind wir viel verletzlicher, als wir denken.

Ihre Hauptdarsteller Oliver Masucci, Birgit Minichmayr und Albrecht Schuch haben alle eine Vergangenheit und/oder Gegenwart am Wiener Burgtheater.
Das Burgtheater hat wahrscheinlich das tollste Ensemble, das es im deutschen Sprachraum gibt. Die „Schachnovelle“ ist ein sehr schwergewichtiger Stoff und braucht daher auch Schauspieler von Gewicht. Dass die Hauptdarsteller eine Burg-Biografie haben, ist natürlich Zufall. Aber Schauspieler, die das Burgtheater bis zum vierten oder fünften Balkon füllen können, die haben die Gravitas und die Wucht, die man für solche Rollen benötigt. Es macht mir als Regisseur wahnsinnig viel Spaß, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die so eine große Klaviatur zur Verfügung haben.

Mehr Infos zum Film gibt´s hier !

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