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"Hinterland: Im Trauma des Weltkrieges"

Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky („Die Fälscher“) im Interview über sein Drama „Hinterland“, das Wien nach dem Ersten Weltkrieg zeigt – in schräger, düsterer und beängstigender Manier.

07.10.2021
Im Wien des Jahres 1920 ist der Kriegsheimkehrer Peter Perg (Murathan Muslu) als Kriminalbeamter im Einsatz. Die Stadt laboriert an der Armut der Menschen, überall gibt es Leid, Hunger, Depression und das Verzweifeln über die politische Lage. Ein grausamer Mordfall jagt den nächsten, ein Serienkiller ist unterwegs, und Perg muss gemeinsam mit der Gerichtsmedizinerin Theresa Körner (Liv Lisa Fries) die Ermittlungen führen. Stefan Ruzowitzky drehte „Hinterland“ ausschließlich im Studio und entwarf die Hintergründe des darniederliegenden Wiens am Computer in expressionistischer, windschiefer Manier, die die Stadt in völlig neuem Licht zeigt.

Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky im Gespräch:

Herr Ruzowitzky, "Hinterland" ist ein visuell beeindruckender Film über die düstere Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Was hat Sie daran interessiert?
Stefan Ruzowitzky: Was mich an dieser Geschichte fasziniert hat, ist, dass sie in einer Zeit spielt, die im Kino noch sehr wenig behandelt worden ist. Meistens werden die 20er Jahre immer als lustige Zeit voller Tanz und Gelage gezeichnet, und die 30er Jahre als Tanz auf dem Vulkan, kurz vor der Machtübernahme der Nazis. Aber diese Zeit so direkt nach dem Ersten Weltkrieg ist filmisch wenig aufgearbeitet. Damals gab es Armut, Hungersnöte, die Spanische Grippe, es waren düstere Jahre. Die Menschen waren brutalisiert und traumatisiert vom Krieg, es gab ganz fürchterliche Verbrechen in der Nachkriegszeit. Ich habe mich viel damit beschäftigt, es gab damals etwa einen Massenmörder namens Fritz Haarmann, den man auch den „Schlächter von Hannover“ nannte. Er hat 24 Buben und junge Männer ermordet, die meisten gingen auf den Strich. Nach dem Krieg herrschte Hunger, und fast ein Viertel der Bevölkerung Hannovers prostituierte sich deshalb. Da war eine so zerstörte Gesellschaft, die wirklich schreckliche Dinge hervorgebracht hat.

Das Kriegstrauma scheint die Generation damals ganz anders aufgearbeitet zu haben als jene nach dem Zweiten Weltkrieg: Da regierte die Unterhaltung anstatt der Depression.
Man sollte meinen, die Trauma-Aufarbeitung eines Weltkriegs findet eher in der Ablenkung durch Unterhaltung statt, aber das war damals nicht so. Es gab diese Kunst, die neu war, die war eben sehr expressionistisch und völlig fernab von jener Romantik, die wir später kennenlernten. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man gesagt, das war jetzt alles so schrecklich und diesmal lassen wir uns nicht auf diese Düsternis ein, sondern sorgen dafür, dass alles blitzblank und sauber ist. Also Doris Day und Marilyn Monroe und der Heimatfilm, wo alles hell ausgeleuchtet und wunderschön bunt ist.

Optisch besticht „Hinterland“ durch eine „entrückte“ Wiener Kulisse. Wie entstand die Idee dazu?
Das Prinzip war, das Collageartige zu betonen, und dabei verschiedene Hausteile, Architekturelemente oder unterschiedliche Perspektiven auf ein Gebäude zu vermengen, um daraus eine ganz eigene Welt zu kreieren, die ein bisschen feindlich wirkt. Es war auch unsere Idee, den Look des filmischen Expressionismus zu zitieren, denn zur damaligen Zeit sind viele Filme in diesem Stil entstanden. Es ist ja auch kein Zufall, dass eben der Expressionismus in solche Formen gefunden hat, weil die Menschen das halt auch so empfunden haben. Die Verstörung jener Jahre hat darin ein Ventil gefunden. Deshalb wollten wir das auch zitieren, mit einer entrückten Ästhetik.

Gibt es einen Referenzfilm für „Hinterland“ aus dem Expressionismus?
Am ehesten „Das Kabinett des Dr. Caligari“. Der erschien 1920 und war damals extrem erfolgreich. Da waren das Dekor und die Kulissen sehr expressionistisch, es gab darin geknickte Straßenlaternen und die Häuser waren schief. Wir haben also einen Caligari mit digitalen Mitteln gemacht (lacht). Und „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist auch ein gutes Vorbild, zumindest was die Story betrifft.

Mehr Infos zum Film gibt´s hier !

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